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Diagnose und Vorsorge - Krankheitsbild - Objektivierung von Befunden und testpsychologische Zusatzuntersuchungen


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Objektivierung von Befunden und testpsychologische Zusatzuntersuchungen
Objektivierung von Befunden und testpsychologische Zusatzuntersuchungen

von Prof. Dr. med. Klaus Lieb

Unter bestimmten Bedingungen kann es sinnvoll sein, das ärztliche Gespräch durch den Einsatz standardisierter Erhebungs- und Untersuchungsverfahren zu ergänzen. Und zwar:

  • um den Verdacht des Vorliegens einer psychischen Störung zu objektivieren. Dazu gehören z.B. standardisierte Interviews, mit Hilfe derer Diagnosen nach vorgegebenen Kriterien gestellt werden können (z.B. das „Statistische Klinische Interview nach dem amerikanischen Diagnosesystem DSM-IV“, SKID)
  • um den Schweregrad von Störungen zu ermitteln. Für fast alle Erkrankungen gibt es solche Fragebögen, z.B. das „Beck Depressions- Inventar (BDI)“, das den Ausprägungsgrad der Depressivität ermittelt
  • um die Beeinträchtigungen noch genauer zu beschreiben. Dazu gehören z.B. Fragebögen, die ein weites Spektrum verschiedener Symptome erfragen, um sich ein Gesamtbild zu machen (z.B. die „Symptom Check Liste“ mit 90 Fragen, SCL-90).

Bei allen Erhebungsverfahren unterscheidet man Fremdbeurteilungsverfahren (die also vom Untersucher ausgefüllt werden) und Selbstbeurteilungsverfahren (die der Patient selbst ausfüllt). In fast allen Kliniken werden solche Fragebögen von den Patienten zu Beginn und am Ende der Behandlung ausgefüllt. Dies ist wichtig, um den Therapieverlauf besser abbilden zu können und Maßnahmen der Verbesserung einleiten zu können.

Testpsychologische Zusatzuntersuchungen

Die testpsychologische Diagnostik dient meist der Analyse bestimmter Leistungsaspekte psychischer Funktionen wie Wahrnehmung, Konzentration, Merkfähigkeit oder Motorik. Am häufigsten wird die testpsychologische Diagnostik in der Psychiatrie zur Messung der Intelligenz (meist mit dem Hamburg-Wechsler-Intelligenz-Test für Erwachsene, HAWIE) und zur Beurteilung von Konzentration und Aufmerksamkeit (z.B. mit dem Konzentrations-Leistungs-Test oder dem d2-Aufmerksamkeitsbelastungs-Test) eingesetzt. Die testpsychologischen Untersuchungen können aber auch bzgl. bestimmter weiterer psychischer Symptome ausgeweitet werden. Im Durchschnitt dauert die Zusatzuntersuchung ca. eine Stunde.

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