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Diagnose und Vorsorge - Krankheitsbild - EKG, Langzeit-EKG, Belastungs-EKG


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Belastungs-EKG (Ergometrie)
Elektrokardiogramm (EKG)
Langzeit-EKG
Belastungs-EKG (Ergometrie)

Belastungs-EKG (Ergometrie)

Bei einer Ischämie (Sauerstoffunterversorgung) des Herzmuskels, wie sie bei der koronaren Herzkrankheit (KHK) zu finden ist, kann, anders als beim Herzinfarkt, eine Senkung der ST-Strecke (vgl. Abb. 11) auftreten. Ein Ruhe-EKG ist allerdings selbst bei einer schweren KHK in 50 % der Fälle unauffällig. Weil die Durchblutung des Herzens in Ruhe oft noch normal ist, muss das Belastungs-EKG (Ergometrie) eingesetzt werden, um eine Störung im EKG erkennen zu können (Abb. 13). Bei einer koronaren Eingefäßerkrankung beträgt die Wahrscheinlichkeit, eine KHK durch die Ergometrie zu erkennen, bereits 60 %, bei Beteiligung von zwei Gefäßen 70 % und bei einer Dreigefäß-KHK 80 %.

Belastungs-EKG

Die Ergometrie (Belastungs-EKG) dient aber nicht nur zur Diagnose einer KHK, sondern auch zur Erfassung belastungsabhängiger Rhythmusstörungen oder zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit (Tab. 14).

Die Grenzwerte für einen „noch normalen“ Blutdruck sind abhängig von Alter und momentaner Leistung.

Mit der Leistung und dem Alter steigt auch der Grenzwert des systolischen Blutdrucks (Abb.15).

Wann darf ein Belastungs-EKG (Ergometrie) nicht durchgeführt werden?

Das Belastungs-EKG darf auf der anderen Seite nicht bedenkenlos eingesetzt werden. Ein frischer Herzinfarkt, eine Entzündung des Herzens oder des Herzbeutels, unkontrollierte Herzrhythmusstörungen, arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) und ausgeprägte Aneurysmen (Aussackungen) des Herzens oder der Aorta sollten nicht vorliegen, oder das Belastungs-EKG wird nicht mit der maximalen Belastung durchgeführt.

Wann sollte ein Belastungs-EKG (Ergometrie) abgebrochen werden?

Kriterien zum Abbruch der ergometrischen Untersuchung sind:

  •  Erreichen einer bestimmten Herzfrequenz: 200 minus Lebensalter in Jahren (Abb. 16)

  • Muskuläre Erschöpfung 
  • Anstieg des systolischen Blutdrucks über 240mmHg/diastolisch über 120mmHg 
  • ST-Strecken-Veränderungen 
  • Schwindel und/oder Brustschmerzen 
  • Zunehmende Herzrhythmusstörungen 
  • Fehlender Blutdruck- und/oder Frequenzanstieg 
  • Rückgang des Bluthochdruckes.

Wie bei jeder körperlichen Belastung, so können auch während eines Belastungs-EKGs Herzrhythmusstörungen auftreten. Mit 1 - 2 schweren Zwischenfällen pro 20 000 Untersuchungen muss gerechnet werden. Deshalb müssen alle Geräte zur Wiederbelebung, insbesondere ein Defibrillator, stets bereit sein, damit der Einsatz durch den behandelnden Arzt rechtzeitig möglich ist.

Elektrokardiogramm (EKG)

Elektrokardiogramm (EKG)

Der Herzmuskel arbeitet als Pumpe rhythmisch, d.h. gleichmäßig. Dies gelingt, weil das Herz einen Schrittmacher und Leitungsbahnen (wie Stromkabel) besitzt, die dafür sorgen, dass dies rhythmisch und synchron geschieht. Von den Bahnen erfolgt die Übertragung auf den Herzmuskel, der sich zusammenzieht und wieder erschlafft.

Diese genannten Vorgänge spiegeln sich im EKG wieder. Das Elektrokardiogramm (kurz: EKG) ist eine schnell durchzuführende und risikolose Möglichkeit, die Erregungsvorgänge im Herzen zu beurteilen.

Ein modernes EKG-Gerät stellt elektrische Spannungen, die zum Teil weniger als 1 Millivolt betragen, bildlich dar und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, die aufgenommenen Daten auf Millimeterpapier auszudrucken. Da neben dem Herzen auch alle anderen Muskeln und Nerven elektrische Spannungen erzeugen, ist ein ruhiges Liegen für eine möglichst fehlerfreie Aufzeichnung unbedingt erforderlich.

Wie wird ein Elektrokardiogramm (EKG) durchgeführt?


Durch Elektroden, die auf vordefinierten Punkten der Haut schmerzlos angebracht werden, ist es möglich, ein EKG abzuleiten. Dabei achtet der Arzt auf einen direkten Kontakt der Elektroden mit der Haut. Von 12 Stellen auf der Brust, an Armen und Beinen, werden Kabel zum EKG-Gerät geführt und Spannungsänderungen aufgezeichnet (Abb. 7).

Elektrokardiogramm (EKG)

Eine aufgezeichnete vollständige Herzerregung unterteilt sich in einen Vorhofteil und einen Kammerteil (Abb. 9).

Herzerregung beim Elektrokardiogramm (EKG)

 

Während des Vorhofteils werden sowohl der linke als auch der rechte Vorhof erregt. Zu Beginn des Kammerteils öffnen sich die Segelklappen und das Blut gelangt aus den Vorhöfen in die beiden Ventrikel (Kammern). Der Kammerteil wird mit der T-Welle, die durch die Erregungsrückbildung entsteht, beendet.

Zwischen T-Welle und nächster P-Welle befindet sich das Herz dann in einer Ruhephase.

Die Auswertung des EKGs (Elektrokardiogramm)

Für die Auswertung eines EKGs ist es wichtig, die Leitungs- und Erregungszeiten zu kennen. Daraus lassen sich oftmals Erregungsleitungsstörungen als Ausdruck einer Herzmuskelschädigung erkennen. Auch die Formen der P- und T-Wellen, PQ- und STStrecken und des QRS-Komplexes sind zu beurteilen. Neben diesen Abschnitten der Herzerregung wird noch der Lagetyp des Herzens (Überdrehter Linkstyp, Linkstyp, Indifferenztyp, Steiltyp, überdrehter Rechtstyp), der Rhythmus (Herzschlagfolge) der Herzaktionen und die Herzfrequenz (Herzaktionen pro Minute) bestimmt, wobei mit dem Anstieg der Schlagfrequenz auch die Belastung für das Herz steigt, weil bei einer höheren Frequenz auch der Sauerstoffverbrauch steigt.

Sinusrhythmus beim Elektrokardiogramm (EKG)

Normal ist ein Puls von 60 - 80 Schlägen pro Minute, optimal von 50 - 60/min. Man kann also sagen, je niedriger der Puls ist, um so länger lebt man. Die „normale“ Herzerregung stellt einen immer wiederkehrenden Rhythmus dar, der spezifische Merkmale besitzt. Dieser Rhythmus mit einer normalen Schlagfrequenz von 60 - 80/min wird Sinusrhythmus (ausgehend vom Sinusknoten, dem natürlichen Schrittmacher des Herzens) genannt und muss bestimmte Kriterien erfüllen: 

  • Regelmäßige und normal gestaltete P-Wellen 
  • Konstante PP-Intervalle 
  • Beantwortung jeder P-Welle durch einen QRS-Komplex

Spezifische Bilder im EKG (Elektrokardiogramm)

Viele Herzkrankheiten stellen sich durch spezifische „Bilder“ im EKG dar. Bei einem akutem Herzinfarkt beispielsweise ist die Erregungsausbreitung noch normal, aber der Herzmuskel geschädigt und es entwickelt sich ein charakteristisches Bild, das sich durch eine deutliche ST-Hebung manifestiert (Abb. 11). Je nach Ableitung, in der diese Hebung zu erkennen ist, kann man auch einen Hinweis auf die Lokalisation des Myokardinfarktes erhalten. Neben akuten Herzinfarkten lassen sich viele weitere Krankheiten des Herzens durch das Ruhe-EKG nachweisen.

Langzeit-EKG

Langzeit-EKG

Eine weitere Variante der Elektrokardiografie ist das Langzeit-EKG. Mit Hilfe des Langzeit-EKGs lassen sich sämtliche Herzaktivitäten und deren Veränderungen aufzeichnen, wie sie bei alltäglichen Belastungen auftreten. Das Langzeit-EKG wird in der Regel über einen Zeitraum von 24 Stunden aufgezeichnet.

Auch hierbei werden Elektroden auf der Haut fixiert (Abb. 12). Die aufgezeichneten Daten werden nach Abgabe des Gerätes, das etwa die Größe eines Walkman besitzt, durch den Arzt mit Hilfe eines Computers innerhalb 20 Minuten ausgewertet und interpretiert. Das Vorliegen eines oder mehrerer der folgenden Anzeichen spricht für die Durchführung eines Langzeit-EKGs 

  • Veränderungen des EKGs unter Belastung 
  • Extraschläge von Seiten der Herzkammern 
  • Blockierungen des Herzrhythmus 
  • Vorhof-Rhythmusstörungen, z.B. Vorhofflimmern 
  • insgesamt zu schnellen oder zu langsamen Pulsschlag 
  • Herzschlagpausen mit Bewusstseinsstörungen.

Extraschläge des Herzens, die auch bei der Auswertung erkannt werden, sind in fünf Schweregrade eingeteilt, die nach Lown benannt worden sind (Lown I,II,III,IV a/b und V, wobei Lown V die schwerste Störung ist).

Langzeit-EKG

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