
Die richtige, gesunde Ernährung stellt die Grundlage aller Behandlungsformen des Diabetes mellitus dar. Sicherlich könnte ein Großteil aller Typ-2-Diabetiker zu Beginn der Erkrankung allein durch eine Umstellung auf gesunde, kaloriengerechte Ernährung und Steigerung der täglichen Bewegung behandelt werden.
Die Empfehlungen für die Ernährung eines Menschen mit Diabetes mellitus entsprechen einer gesunden, vollwertigen, kaloriengerechten Mischkost, wie sie auch jedem Gesunden empfohlen wird. Eine besondere Rolle spielen dabei die Kohlenhydrate, denn sie beeinflussen unmittelbar den Blutzuckerspiegel. Daneben ist ein gesundes Körpergewicht relevant, da Übergewicht die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen vermindern und so ebenfalls den Blutzuckerspiegel ungünstig beeinflussen kann. Die Ernährung sollte daher auch vom Energiegehalt an den persönlichen Bedarf angepasst sein. Der tägliche Bedarf an Energie (sprich Kalorien) hängt von Körpergröße, Körpergewicht und Leistung ab. Deshalb sollte jeder Diabetiker seinen individuellen Energieverbrauch kennen.
Die Ernährung bei Typ-1- oder Typ-2-Diabetes hat jeweils dieselben Grundregeln, jedoch unterschiedliche Schwerpunkte. Wird ein Diabetiker medikamentös behandelt, müssen Ernährung und Medikamente aufeinander abgestimmt sein.
Wichtig ist für jeden Diabetiker eine ausführliche Ernährungsberatung im Rahmen einer Schulung!
Trinken Sie täglich mindestens 1 1/2 bis 2 Liter, möglichst alkoholfrei!
Flüssigkeit ist lebenswichtig, denn ohne Essen kann der Mensch eine Weile überleben, nicht aber ohne Trinken.
Milch und Milchgetränke, auch Buttermilch und Kefir enthalten Milchzucker. Sie erhöhen zwar nur langsam den Blutzucker, müssen aber ab 1/4 l angerechnet werden. (Fertige Milchmixgetränke oder Schokoladenpulver und Ovomaltine enthalten viel Zucker.)
Kohlenhydrate dienen dem Körper als Energielieferant Nr. 1. Sie sind die einzigen Nahrungsmitel, die den Blutzucker unmittelbar beeinflussen. Kohlenhydrate werden über die Verdauung zu Traubenzuckerbausteinen (Glukose) abgebaut, gelangen so in die Blutbahn und erhöhen den Blutzucker.
Die gesunde Bauchspeicheldrüse schickt immer rechtzeitig und ausreichend Insulin, mit dessen Hilfe Glukose in die Zelle gelangt und dort in Energie umgewandelt wird. Dadurch reguliert sich beim Gesunden der Zuckergehalt im Blut. Es gibt verschiedene Arten von Kohlenhydraten in unserer Nahrung mit unterschiedlicher Wirkung auf den Blutzucker.
Generell sollten Diabetiker starke Blutzuckerschwankungen vermeiden und eher Kohlenhydrate verwenden, die den Blutzucker langsam und gleichmäßig ansteigen lassen. Daher ist folgendes beim Umgang mit Kohlenhydraten zu beachten:
Die Schätzeinheit für die Kohlenhydratmenge bei der Ernährung ist die Broteinheit (BE) oder die Kohlenhydrateinheit (KE). 1 BE entspricht dabei 12 g Kohlenhydrate, 1 KE 10 g Kohlenhydrate.
Bei Diabetes mellitus ist außerdem relevant, wie stark ein Nahrungsmittel den Blutzucker erhöht. Daher hat man einen Vergleichswert eingeführt, den glykämischen Index. Der glykämische Index (GI) ist ein Maß für die Höhe des Blutzuckerspiegels nach einer Mahlzeit. Beispielsweise hat Glukose einen deutliche höheren glykämischen Index als Mehrfachzucker wie z.B. Stärke. Daher wird Diabetikern empfohlen, eher Kohlenhydrate mit einem niedrigen GI zu sich zu nehmen.
Ballaststoffe sind Nahrungsbestandteile, die chemisch zu den Kohlenhydraten gehören: Pflanzenbestandteile wie Zellulose und Quellstoffe wie Pektine zählen dazu. Sie können nicht (wie z. B. Stärke) im Darm aufgespalten und vom Körper verwertet werden.
Durch ihre Quellwirkung und Unverdaulichkeit führen Ballaststoffe zu einem langsamen Anstieg des Blutzuckers. Außerdem sind Ballaststoffe verdauungsfördernd, sie sättigen, füllen, haben fast keine Energie und senken auch die Blutfettwerte.
Sie sollten demnach reichlich ballaststoffreiche Nahrungsmittel in ihren Kostplan aufnehmen. Dazu gehören vor allem Getreidevollkornprodukte, Salate, Rohkost, Gemüse, Hülsenfrüchte und Beerenobst, Nüsse und Leinsamen. Damit die Quellfähigkeit voll ausgenutzt werden kann, sollten Sie reichlich trinken.
Die täglich empfohlene Ballaststoffmenge beträgt ca. 30 g.
Sie sind maßgeblich an sämtlichen Körperfunktionen beteiligt. Sie unterstützen den Aufbau von Zellen und Gewebe und regeln Stoffwechselfunktionen und Wachstum.
Die ausreichende Zufuhr in der täglichen Nahrung ist deshalb Voraussetzung.
Die wichtigsten Vertreter sind:
Das richtige Gewicht spielt für jeden Diabetiker eine wichtige Rolle. Insbesondere gilt es, Übergewicht zu vermeiden, da dieses die Insulinempfindlichkeit herabsetzt. Daher führt bei Typ-2-Diabetikern in den meisten Fällen schon eine Gewichtsreduktion zu einer Verbesserung oder sogar Normalisierung der Blutzuckerwerte.
Berechnen lässt sich das normale, anzustrebende Gewicht eines Menschen mithilfe des Body-Mass-Index (BMI = Körpergewicht in Kilogramm / Quadrat der Körpergröße in m)
Ein akzeptabler BMI liegt bei Frauen zwischen 19-24, bei Männern zwischen 20-25. Mit zunehmenden Alter steigt auch der empfohlene BMI-Wert.
Energiebedarf Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden eines Menschen hängen von der richtigen Energiezufuhr ab. Der Energiebedarf jedes Einzelnen wird durch sein Alter, Geschlecht, Körpergröße, Körpergewicht, Arbeitsleistung und/oder sportliche Aktivität bestimmt.
Energiebedarf bei Normalgewicht (70 kg):
Nur wenn Sie weniger essen, als Sie an Energie verbrauchen, verringern Sie auf Dauer Ihre Fettdepots im Körper. Um 1 Kilogramm Fettgewebe abzubauen, müssen Sie ca. 7.000 kcal. einsparen.
Eine effektive Gewichtsabnahme erreichen Sie nicht mit Radikaldiäten, sondern mit einer kalorienreduzierten Ernährungsumstellung und ausreichender Bewegung!
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