
Diabetes mellitus ist eine Erkrankung, bei der der Stoffwechsel der Kohlenhydrate gestört ist. Kohlenhydrate sind ein wichtiger Bestandteil unserer Nahrung, da sie dem Körper Energie für die verschiedenen Funktionen liefern. Der Mensch nimmt die benötigte Energie über die Nahrung auf. Außer Kohlenhydrate sind Fett und Eiweiß energiereiche Bestandteile unserer Nahrung.
Kohlenhydrate sind Zuckerverbindungen und lassen sich folgendermaßen einteilen:
Bei der Verdauung werden die Mehrfachzucker zu Einfachzucker abgebaut, die dann aus dem Darm in das Blut aufgenommen werden können. Hier bilden sie als Blutzucker die dem Körper zu Verfügung stehende Energie. Dieser gelöste Zucker wird zu den verschiedenen Organen und Zellen transportiert und dort zur Energiegewinnung verwertet (verbrannt). Dabei schwankt der Blutzuckerspiegel im Laufe eines Tages: beispielsweise steigt er nach einer Mahlzeit an, bei Anstrengung sinkt er ab, weil der Zucker als Energielieferant benötigt wird.
Um starke Schwankungen zu vermeiden, legt der Körper nicht benötigten Zucker in einer Speicherform in der Leber und der Muskulatur ab, dem so genannten Glykogen (Stärke). Diese Glykogenspeicher haben den Vorteil, dass aus ihnen bei Bedarf wieder sehr schnell Zucker gewonnen werden kann. Allerdings ist dieser "Speicherplatz" nicht sehr groß, die Leber hat beispielsweise nur für höchstens 75g Stärke Platz. Weitere Energiereserven kann der Körper in Form von Fett anlegen. So kann beispielsweise bei längerem Nahrungsmangel auf diese Reserve zurückgegriffen werden.
Für den Stoffwechsel des Zuckers im Körper spielen zwei Hormone eine wichtige Rolle: Glukagon und Insulin. Die beiden Hormone wirken als Gegenspieler: Insulin ist dafür verantwortlich, dass der Blutzucker in die Zellen aufgenommen werden kann, Glukagon bewirkt einen Abbau der Glykogenspeicher und somit die Bereitstellung von Glukose.
Patienten mit Diabetes mellitus haben erhöhte Blutzucker-Spiegel. Die Höhe der Blutzucker-Werte wird in Milligramm pro 100 Milliliter (mg/dl oder mg%) oder in Anzahl der Blutzuckerteilchen, also Moleküle pro Liter (mmol/l, sprich „Millimol pro Liter“) angegeben. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen die Umrechnung von mg% in mmol/l und umgekehrt.
| mg% entsprechen | mmol/l |
|---|---|
| 20 | 1,11 |
| 40 | 2,22 |
| 60 | 3,34 |
| 80 | 4,45 |
| 100 | 5,56 |
| 120 | 6,67 |
| 140 | 7,78 |
| 160 | 8,89 |
| 180 | 10,00 |
| 200 | 11,11 |
| 220 | 12,22 |
| 240 | 13,34 |
| 260 | 14,45 |
| 280 | 15,56 |
| 300 | 16,67 |
| 320 | 17,78 |
| 340 | 18,89 |
| 360 | 20,00 |
| 380 | 21,11 |
| 400 | 22,22 |
Viele Körperorgane, allen voran das Zentralnervensystem, aber auch die Blutzellen sowie zum Teil Muskel- und Fettgewebe, Leber und Niere, sind auf den Traubenzucker (Glucose) als Energiespender angewiesen. Der Körper haushaltet für gewöhnlich sehr sorgsam mit dem Treibstoff Glucose. Beim Stoffwechselgesunden sinkt der Blutzucker im Nüchternzustand nicht unter 60 mg% ab. Vor dem Essen liegen die Werte zwischen 80 und 100 mg% und nach dem Essen steigen sie nicht über 140 mg% an. Diese feine Regulierung wird hauptsächlich durch das Insulin gewährleistet, das von der Bauchspeicheldrüse je nach Bedarf ausgeschüttet wird.
Hat der Blutzucker bei Patienten mit Diabetes mellitus eine gewissen Höhe erreicht, wird der überschüssige Zucker über die Niere ausgeschieden. Diesen Schwellenwert nenn man auch Nierenschwelle. Die Nierenschwelle liegt in der Regel bei 180 mg% bzw 10 mmol/l.
Die Abbildung zeigt am Beispiel eines Diabetikers, wie der Blutzuckerspiegel im Tagesverlauf die Nierenschwelle übersteigt und dabei Zucker in den Harn übertritt.
Insulin und Glukagon sind zwei Hormone, die in der Bauchspeicheldrüse gebildet werden und eine wichtige Rolle im Kohlenhydratstoffwechsel und somit bei Diabetes mellitus spielen. Die beiden Hormone wirken im Körper als Gegenspieler.
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Glukagon wirkt im Körper genau entgegengesetzt zu Insulin: Es hebt den Blutzuckerspiegel, in dem es den Abbau von Glykogen in der Leber steigert, und es fördert den Fettabbau. Steigt der Blutzuckerspiegel, wird die Ausschüttung von Glukagon gehemmt, bei niedrigem Blutzuckerspiegel ist die Sekretion hingegen gesteigert.
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