medführer Startseite » Ratgeber Gesundheit » Diabetes » Krankheiten » Diabetes » Hintergrund / Einleitung

Diabetes - Hintergrund / Einleitung

Diabetes mellitus ist eine Erkrankung, bei der der Stoffwechsel der Kohlenhydrate gestört ist. Kohlenhydrate sind ein wichtiger Bestandteil unserer Nahrung, da sie dem Körper Energie für die verschiedenen Funktionen liefern. Der Mensch nimmt die benötigte Energie über die Nahrung auf. Außer Kohlenhydrate sind Fett und Eiweiß energiereiche Bestandteile unserer Nahrung.

Kohlenhydrate sind Zuckerverbindungen und lassen sich folgendermaßen einteilen:

  • Einfachzucker oder Monosaccharide, z.B. Fruchtzucker (Fruktose) oder Traubenzucker (Glukose).
  • Zweifachzucker oder Disaccharide, z.B. Malzzucker (Maltose), Milchzucker (Laktose) oder Haushaltszucker (Saccharose).
  • Vielfachzucker oder Polysaccharide, z.B. pflanzliche und tierische Stärke (Glykogen).

Struktur der Kohlenhydrate

Bei der Verdauung werden die Mehrfachzucker zu Einfachzucker abgebaut, die dann aus dem Darm in das Blut aufgenommen werden können. Hier bilden sie als Blutzucker die dem Körper zu Verfügung stehende Energie. Dieser gelöste Zucker wird zu den verschiedenen Organen und Zellen transportiert und dort zur Energiegewinnung verwertet (verbrannt). Dabei schwankt der Blutzuckerspiegel im Laufe eines Tages: beispielsweise steigt er nach einer Mahlzeit an, bei Anstrengung sinkt er ab, weil der Zucker als Energielieferant benötigt wird.

Überschüssiger Zucker wird in der Leber, im Muskel und als Fett gespeichert

Um starke Schwankungen zu vermeiden, legt der Körper nicht benötigten Zucker in einer Speicherform in der Leber und der Muskulatur ab, dem so genannten Glykogen (Stärke). Diese Glykogenspeicher haben den Vorteil, dass aus ihnen bei Bedarf wieder sehr schnell Zucker gewonnen werden kann. Allerdings ist dieser "Speicherplatz" nicht sehr groß, die Leber hat beispielsweise nur für höchstens 75g Stärke Platz. Weitere Energiereserven kann der Körper in Form von Fett anlegen. So kann beispielsweise bei längerem Nahrungsmangel auf diese Reserve zurückgegriffen werden.

Insulin und Glukagon regulieren den Blutzucker-Spiegel

Für den Stoffwechsel des Zuckers im Körper spielen zwei Hormone eine wichtige Rolle: Glukagon und Insulin. Die beiden Hormone wirken als Gegenspieler: Insulin ist dafür verantwortlich, dass der Blutzucker in die Zellen aufgenommen werden kann, Glukagon bewirkt einen Abbau der Glykogenspeicher und somit die Bereitstellung von Glukose.

Blutzucker und Harnzucker

Patienten mit Diabetes mellitus haben erhöhte Blutzucker-Spiegel. Die Höhe der Blutzucker-Werte wird in Milligramm pro 100 Milliliter (mg/dl oder mg%) oder in Anzahl der Blutzuckerteilchen, also Moleküle pro Liter (mmol/l, sprich „Millimol pro Liter“) angegeben. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen die Umrechnung von mg% in mmol/l und umgekehrt.

mg% entsprechen mmol/l
20 1,11
40 2,22
60 3,34
80 4,45
100 5,56
120 6,67
140 7,78
160 8,89
180 10,00
200 11,11
220 12,22
240 13,34
260 14,45
280 15,56
300 16,67
320 17,78
340 18,89
360 20,00
380 21,11
400 22,22

Viele Körperorgane, allen voran das Zentralnervensystem, aber auch die Blutzellen sowie zum Teil Muskel- und Fettgewebe, Leber und Niere, sind auf den Traubenzucker (Glucose) als Energiespender angewiesen. Der Körper haushaltet für gewöhnlich sehr sorgsam mit dem Treibstoff Glucose. Beim Stoffwechselgesunden sinkt der Blutzucker im Nüchternzustand nicht unter 60 mg% ab. Vor dem Essen liegen die Werte zwischen 80 und 100 mg% und nach dem Essen steigen sie nicht über 140 mg% an. Diese feine Regulierung wird hauptsächlich durch das Insulin gewährleistet, das von der Bauchspeicheldrüse je nach Bedarf ausgeschüttet wird.

Bei Blutzuckerwerten über 180 mg% ist die Nierenschwelle überschritten

Hat der Blutzucker bei Patienten mit Diabetes mellitus eine gewissen Höhe erreicht, wird der überschüssige Zucker über die Niere ausgeschieden. Diesen Schwellenwert nenn man auch Nierenschwelle. Die Nierenschwelle liegt in der Regel bei 180 mg% bzw 10 mmol/l.

Die Abbildung zeigt am Beispiel eines Diabetikers, wie der Blutzuckerspiegel im Tagesverlauf die Nierenschwelle übersteigt und dabei Zucker in den Harn übertritt.
Grafik der Nierenschwelle beim Diabetiker: Übersteigt der Blutzucker die Nierenschwelle (etwa bei 180 mg%), tritt Zucker in den Harn über.

Insulin und Glukagon – zwei Gegenspieler, die den Blutzucker regulieren

Insulin und Glukagon sind zwei Hormone, die in der Bauchspeicheldrüse gebildet werden und eine wichtige Rolle im Kohlenhydratstoffwechsel und somit bei Diabetes mellitus spielen. Die beiden Hormone wirken im Körper als Gegenspieler.

Insulin hat im Körper zwei wichtige Funktionen:

  • Senkung des Blutzuckerspiegels
    Insulin regt zum einen die Aufnahme des Traubenzuckers in das Muskel- und Fettgewebe an, zum anderen hemmt es die Glucose-Freisetzung aus der Leber. Der aufgenommene Zucker wird entweder zur Energiegewinnung verbrannt oder als Reservezucker im Muskel (Muskelglykogen) und in der Leber (Leberglykogen) gespeichert. Steigt die Blutzuckerkonzentration – etwa nach einer Mahlzeit – an, steigt auch die Insulinausschüttung.
  • Einfluss auf den Fettstoffwechsel
    Insulin greift auch in den Fettstoffwechsel ein. Es begünstigt die Bildung von Fett und unterdrückt gleichzeitig den Fettabbau (Lipolyse).

Bildung von Insulin in der Bauchspeicheldrüse
Insulin wird in den Beta-Zellen der Langerhansschen Inseln in der Bauchspeicheldrüse gebildet und bei Bedarf ins Blut abgegeben. Mit wachsender Menge an Körperfett sind immer höhere Insulinspiegel notwendig. Auf die Dauer kann dadurch die Insulin bildende Bauchspeicheldrüse bei entsprechender Erbanlage überbeansprucht werden: es kommt zu einem relativen Insulinmangel und dadurch zum Diabetes mellitus Typ 2.

Glukagon – der Gegenspieler des Insulins

Glukagon wirkt im Körper genau entgegengesetzt zu Insulin: Es hebt den Blutzuckerspiegel, in dem es den Abbau von Glykogen in der Leber steigert, und es fördert den Fettabbau. Steigt der Blutzuckerspiegel, wird die Ausschüttung von Glukagon gehemmt, bei niedrigem Blutzuckerspiegel ist die Sekretion hingegen gesteigert.

letzte Aktualisierung: 10.03.2010
Als Autor anmelden
Verwendete Quellen:
copyright by  Vitanet

Spezialisten finden

Hier finden Sie Ihren Diabetologen


Fach-Redaktion Schnellsuche

Krankheit, Fachbereich (Herz, Brustkrebs, Orthopädie usw.) eingeben und Schnellsuche starten


Arzt- und Klinik-Schnellsuche

Suchbegriff z.B. Fachbereich, Stadt und/oder Arztname eingeben - und die Suche starten.



Fachportalauswahl

Umfangreiche medizinische Informationen über Krankheiten, Behandlungen und Vorsorge-untersuchungen... Wählen Sie...

Anzeigen Service