Der Her2/neu-Rezeptor:Bei etwa 20 bis 25 von 100 Patientinnen weisen die Krebszellen in verstärktem Maß so genannte Her2neu-Rezeptoren auf, über die Wachstums- und Überlebenssignale in die Zelle geleitet werden. Her2 bedeutet „humaner (menschlicher) epidermaler Wachstumsfaktor-
Rezeptor Nummer 2“. Es hat sich gezeigt, dass die vermehrte Ausprägung (Überexpression) dieser Her2-Rezeptoren auf einen aggressiveren Tumor schließen lässt. Ähnlich wie die
Hormonrezeptoren hat das Vorhandensein des Her2neu-Rezeptors einen sehr starken voraussagenden (prädiktiven) Wert für das Ansprechen auf eine gezielte Behandlung, in diesem Fall mit dem
Antikörper Trastuzumab (
Herceptin), der die Funktion des Rezeptors blockiert und die Signalweiterleitung unterbindet. Die Her2/neu-Ausprägung wird ebenfalls mit einem Färbeverfahren gemessen und als Her2-negativ und Her2-positiv der Ausprägung 1+, 2+ oder 3+ angegeben. Dies sagt aus, welche Mengen des Rezeptors auf der Zelloberfläche vorhanden sind. 3+ zeigt die stärkste Ausprägung an, die ein Ansprechen auf die Antikörpertherapie wahrscheinlich macht, dies versteht man im allgemeinen unter Her2/neu positiv. Bei Tumoren, die nur eine mittelgradige Expression (2+) aufweisen ist eine spezielle Zusatzuntersuchung sinnvoll, die die Zahl der Kopien des Her2neu-Gens im Zellkern misst (FISH = Fluoreszenz in situ Hybridisierung). Mit diesem Verfahren lässt sich bei etwa 25 von 100 der 2+-Patientinnen dann eine Vermehrung des Gens feststellen, und bei diesen ist eine
Herceptin-Behandlung ebenfalls sinnvoll. Die Bestimmung des Her2/neu-Status soll heute bei jeder Brustkrebspatientin durchgeführt werden.
Patientinnen, deren Tumorzellen eine starke Ausprägung des Her2neu-Rezeptors auf der Zelloberfläche zeigen (Her2 3+) oder bei denen in der FISH-Untersuchung zahlreiche Kopien des Her2neu-Gens in der FISH-Untersuchung nachweisbar sind, erhalten zusätzlich zu Hormon- und/oder
Chemotherapie eine Behandlung mit Trastuzumab (
Herceptin®).
letzte Aktualisierung: 26.01.2010